Oje,, ein halbes Jahr lang keinen neuen Post, Asche ueber mein Haupt. Ich werde in diesem Post alles erzaehlen, was nach den Whitsundays (also ca August 2010) bis Mitte Februar so passiert ist.
Zurureck von den Whitsundays hatte ich noch ein wenig Zeit in Airlie Beach verbracht, mittlerweile war ich wieder alleine unterwegs, da Monika nach Deutschland zurueck geflogen ist. Ich hatte noch zwei Monate, bevor mein einjaehriges Visum auslief und mein Plan war eigentlich, die restliche Ostkueste bis nach Cairns hochzureisen und dann von dort aus wieder gen "Good Old Germany" zu fliegen. Naja, so der "Plan"... aber wie schon so oft in Australien ist es nicht so eingetroffen, wie es vorgesehen war. Zwei Tage bevor ich weiter nach Cairns fahren wollte, feierte ich mit ein paar anderen geselligen Leutchen Sebastians Geburtstag, einem Backpacker, den ich schon vor den Whitsundays in meinem Dorm (Mehrbettzimmer) kennengelernt hatte. Mit von der Truppe war auch ein nettes belgisches Maedel namens Christine. Sie erzaehlte mir von Ihrem Job auf einer Tomatenfarm inb Bowen, etwa eine Stunde von Airlie Beach. Ich war etwas knapp bei Kasse und ich wollte in Cairns noch auf jeden Fall tauchen. Also warum nicht...
Ungefaehr einen Monat spaeter...
Die letzten vier Wochen waren wohl die schlimmsten, die ich hier in Australien erleben musste. Von Airlie Beach bin ich nach Proserpine gefahren und in dem schlimmsten Hostel gelandet, das ich hier in Australien gesehen habe. Doch dazu gleich mehr. Ich konnte direkt am naechsten Tag auf der Tomatenfarm anfangen, das hiess um viertel vor fuenf morgens aufzustehen, da der Bus eine Stunde zur Arbeit brauchte und wir um halb sieben anfingen zu picken. Gepickt wird in einem Team von 13 Leuten und einem Fahrer. Der Fahrer faehrt einen Transporter imit grossen Kaesten und rechts und links sind jeweils sechs bzw. sieben Picker. Jeder Picker hat einen grossen Eimer, in den die gepflueckten Tomaten geworfen werden. Sobald einer einen vollen Eimer hat, werden alle Eimer in die Mitte gegeben und in grosse Behaelter gefuellt und weiter gehts. Das bedeutet also, desto schneller das ganze Team arbeitet, desto mehr verdient man, da wir nach Menge bezahlt wurden (ausser der Fahrer, die bekamen einen Stundenlohn, also weitaus besser...). Am ersten Tag war ich noch bei den im Beginnerteam, aber konnte gleich am naechsten Tag in ein besseres Team aufsteigen, naemlich das von Christine. Ein paar Tage spaeter sind Christine und ich dann in ein noch besseres Team gekommen, wir hatten uns wirklich reingehaengt.
Die erste Woche war noch ganz in Ordnung, abgesehen vom Hostel, in dem wir lebten. Ich habe hiervon nicht einmal Photos gemacht, das war es einfach nicht wert. Abends kaltes Wasser zum Duschen, geldgieriges Mangagement, dreckig, Kakerlaken hier und da, naja. Nach einer Woche hat dann auch langsam der Ruecken angefangen zu schmerzen vom staendigen Buecken beim Tomaten picken. Es war uebrigens so anstrengend, dass ich tagsueber sechs Liter Wasser trinken musste und dabei nicht einmal Wasser lassen musste. Gegen den Ruecken habe ich dann wie die meisten auf der Farm Painkiller genommen um schnell genug arbeiten zu koennen ohne die Schmerzen zu spueren. Wobei diese spaetestens nachmittags nach 7-8 Stunden arbeiten kamen. Es war fuer mich der koerperlich anspruchvollste Job, den ich je gemacht hatte, hoffentlich ohne bleibende Schaeden.
| Mein Team, v.l. stehend: Christine, Claire, ???, Rob. John, Yannick, Helene, Saskia v.l. sitzend: Velda (Supervisor), Bundygirl (Hund :-) Brian (Fahrer), Corina, Jessie, Me, Anya & Mark |
Nach vier Wochen in Proserpine (Ort des Hostels), wir hatten es mittlerweile in "Prisonpine" umgetauft, sind Christine und ich auf einen Campingplatz gezogen, der naeher an der Arbeit war, viel sauberer und auch billiger. Welcome in "Rose Bay"!
Ab hier ging es auch wieder aufwaerts. Rose Bay war voll mit netten Leuten aus Frankreich, Italien, Korea, Deutschland, Estland und noch ein paar anderen Laendern. Gelebt haben Christine und ich in einem Zelt, was vollkommend ausreichend war. Nach einiger Zeit bekam ich dann auch einen Fahrerjob, das hiess, die Zeit des Pickens war vorbei. Wundert Euch uebrigens nicht ueber die gruenen Augen auf den Photos. Beim Picken ist mein Schweiss mit der Zeit gruen geworden (kein Witz!!), vermutlich durch die Pestizide. Der gruene Schweiss ist mir dann in die Augen gelaufen und hat damit die Kontaktlinsen gruen gefaerbt!
| Ich bin wohl noch solche alte Schrottmuehlen gefahren... |
| Oups, da hatte ich wohl nicht aufgepasst... :-) |
| Und das Ding habe ich gehasst, doch dazu spaeter mehr... |
| "Mein" Team :-) |
| Der ein oder andere hat mich schon fuer einen Freak gehalten... kein Wunder! |
Eine Woche spaeter bin in in eine neue Reihe gefahren, die beiden in ersten Reihe, also direkt am Truck, ca.70cm entfernt, sollten dann aus der Fahrrille raus. Haben beide auch gemacht, nur als ich schon in der Reihe drinnen war, hat Rob sich wieder hingekniet und dabei seine Zehen in der Fahrrille gesetzt, obwohl der Anhanger noch nicht vorbei war. Habe dem armen Kerl damit zwei Zehen gebrochen. Mir hat das so leid getan, aber er hat selber gesagt, dass es seine eigene Schuld war.
Wiederum eine Woche spaeter fuhren wir nach getaner Arbeit zurueck zum Farmhause. Es hatte heftig geregnet die letzten Tage und es gab nur einen trockenen Weg zurueck. Ihr seht schon was kommt... um Zeit zu sparen, dachte ich mir, nehmen wir doch ein Abkuerzung, mit Allradantrieb sollte das doch kein Problem sein. Gaaaaaaaanz schlecht Idee, denn tiefer Schlamm und 3000kg Tomaten auf dem Anhaenger ist kein gute Kombination. Der ganze Truck ist natuerlich fest stecken geblieben und einen halben Meter in den Schlamm gesunken. Fahrerjob verloren, am naechsten Tag musste ich wieder picken. Am darauffolgenden Tag habe ich dann auch gekuendigt :-)
Christine hatte schon zwei Wochen vorher gekuendigt, da sie die Schmerzen nicht mehr ertragen wollte. Beide arbeitslos haben wir uns in Rose Bay eine schoene Zeit gemacht.
| Rgenfaelle waren nicht so beliebt bei Christine :-) |
| Aus zwei Zeltkammern hatten wir eine einzige gemacht und somit Wohn- und Schlafzimmer |
| Halloween wurde auch gefeiert :-) |
| ***no comment*** :-) |
Eine Zeit lang haben wir Mangos gepflueckt (lecker!), die leider wieder schnell vorbei war durch die starken Ueberschwemmungen in Queensland. Da wir genug hatten vom Regen und schlechten Wetter zu dieser Zeit, sind Christine und ich zusammen auf Magnetic Island gefahren, eine Insel vor der Ostkueste bei Townsville. Es war sehr schoehn, mal wieder aus Rose Bay rauszukommen, so toll es dort auch ist.
Auf der Insel haben wir uns ein kleinen allradangetriebenen Jeep gemietet, um auch was von der Insel sehen zu koennen. Viel zu erzaehlen gibt es ueber die Insel nicht, ich lasse mal die Bilder sprechen (zumal mir auch langsam die Finger weh tun...)
| Nein, das ist kein Kangooroo, sondern ein Walibi |
Damit lag auch Magnetic Island hinter uns und wir naeherten uns der Weihnachtszeit. Christine wollte fuer zwei Monate zu Ihren Eltern nach Ghana und mein Plan war, wieder nach Lorne zu gehen umd dort wieder Geld zu sparen. Also verliessen wir Rose Bay und fuhren nach Cairns, um dort noch ein paar gemeinsame Tage zu verbringen, bevor wir uns fuer die zwei Monate nicht sehen wuerden.
Nach dem kurzen Aufenthalt flog ich also wieder nach Melbourne, wo ich ein paar alte Freunde aus der Zeit aus Rose Bay getroffen habe, die dann auch eine Woche spaeter die Great Ocean Road befahren haben und mich in Lorne dann auch noch einmal besucht haben.
Weiter gehts im naechsten Post...
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