Nach der ereignisreichen Woche im Outback flogen wir also nach Perth, um dort die zweite Etappe unserer Reise zu starten. Von Perth bis nach Darwin in einem geraeumigen Campervan, das hiess ueber 6000km in 21 Tagen. Um moeglichst keine Zeit zu verlieren, hielten wir uns erst gar nicht lange in Perth auf, sondern holten unseren Campervan ab, fuellten unserere Vorraete auf und fuhren gen Norden. Da die Verleihfirma uns keinen Campervan fuer zwei Personen geben konnte, bekamen wir einen fuer vier Passagiere, was imens mehr Platz bedeutete - aber natuerlich auch ein groesseres Fahrzeug, wir hatten nun eigentlich keinen Campervan sondern schon eher einen kleinen Bus.
Die erste Nacht verbrachten wir auf einem LKW-Rastplatz, bevor wir am naechsten Tag in der Stadt Geraldton ankamen. In dem schnuckeligen Kuestenstaedtchen fuellten wir unser Wasser auf (wenn mal nur 25 Liter Wasser zur Verfuegung hat, merkt man erst einmal, wieviel Wasser man eigentlich verbraucht!) und besorgten wir uns weitere Informationen fuer das, was im weiteren Verlauf der Reise noch folgen sollte.
Die zweite Nacht verbrachten wir an einem kleinen Campingplatz am Coronation Beach direkt am Meer mit traumhaften Sonnenuntergang. Einfach nur zum Geniessen...
Leider mussten wir am naechsten Morgen noch einmal nach Gerladton zurueck, um einen defekten Adapter umzutauschen. Und das Unglueck nahm seinen Lauf... beim Einparken hatte Christine leider einen Pfahl uebersehen, dem unsere Schiebetuer nur allzu gut gefiel. Glueck im Unglueck, es war nur ein Blechschaden und ausserdem hatte wir eine Vollkasko-Versicherung (gluecklicherweise, anfangs dachten wir daran, nur eine Teilkasko zu nehmen...)
Nachdem wir die sich nicht mehr zu oeffnende Schiebetuer von einem Mechaniker hatten reparieren lassne, goennten wir uns also noch eine Nacht am klangvollen Coronation Beach und genossen noch einmal die untergehende Sonne.
Die weitere Fahrt fuehrte am Pink Lake vorbei, der wirklich etwas seltsam aussah und seinen Namen vollkommen verdient hat.
Der naechste Punkt oder besser gesagt Bereich war der Kalbirri National Park. Die Strasse fuehrte erst eine Weile an der malerischen Kueste entlang, die ein wenig an die Great Ocean Road bei Melbourne erinnert,
Die Strasse fuehrte dann weiter ins Landesinnere zu zwei wunderschoenen Aussichtspunkten, die einem wirklich die Sprache verschlagen. Wenn nur diese verdammten Fliegen nicht waeren. Ich habe selten solche penetranten und nervigen Insekten erlebt. Im selben Moment, in dem man sie von der linken Gesichtshaelfte wegwedelt, sitzen sie schon auf der rechten Seite. Die einzige Moeglichkeit, dieser Biester Herr zu werden, ist ein Fliegennetz oder ein T-Shirt, das man staendig um sich herumwedelt. Dennoch kann das die Eindruecke nicht trueben!!
| Einfach nur der Hammer, baden war wir nach Krokodilpruefung natuerlich auch |
| Yieppieh, die ersten 1000km |
Tags darauf dann das erste absolute Highlight der Reise: das Naturreservat Shark Bay. Statt Haien gab es in Monkey Mia, dem einen Ende des Reservats, Delphine. Fuer mich war es das erste Mal in meinem Leben, das ich diese Tiere live vor mir sehen konnte, und das hier waren keine gezaehmten, sondern vollkommen wilde Delphine. Ich war einfach nur sprachlos.
| Flipper! |
Dann kamen wir bei Shell Beach an, ein kilometerlanger Strand, der anstatt aus Sand nur aus kleinen Muscheln besteht. Nicht ganz so bequem zum Laufen, aber wunderschoen anzuschauen und ein glasklares Meer davor, wow.
Auf dem weiteren Weg zum Cape Range National Park und Ningaloo Reef kreuzten Unmengen von wilden Kuh- und Schafherden unseren Weg, hier nach Einbruch der Daemmerung zu fahren, ist schon leichtsinnig.
Am naechsten Morgen sahen wir uns den Sonnenaufgang beim Cape Range NP an (Bild unten, Bild oben ist Sonnenuntergang :-) und fuhren in den Park, als uns die ersten beiden Wildpferde begruessten. Die guckten so treudoof, da mussten wir einfach ein paar Karotten hergeben :-)
Beim der Touristeninformation besorgten wir uns erstmal Schnorchelausruestung und fuhren zur klangvollen Turquoise Bay, wo wir eine leckere und saftige Staerkung zu uns nahmen, bevor wir in die blaue See tauchten und schnorchelten.
Der Parl war uebrigens voll von Walibiss, eine Art kleine Kangooroos. Man musste teilweise hoellisch aufpassen, dass einem die Tiere in der Morgen- und Abenddaemmerung nicht vor die Motorhaube springen.
Abens genossen wur den Sonnenuntergang am Leutchtturm, bevor wir totmuede vom stundenlangen Schnorcheln ins Bett fielen.
Die Reise am nachsten Tage fuehrte zunaechst zu einer malerischen Schlucht am Ende des Cape Range NP.
Um die Ecke lag noch eine Schlucht, die man durchwandern konnte, was wir uns nicht entgehen liessen.
Als wir uns wieder auf dem Rueckweg zu unserem Campervan befanden, hoerte Christine ploetzlich ein schmatzendes Geraeusch aus dem Gebuesch. Langsam naeherten wir uns und ich konnte mein Glueck nicht fassen, als wir ein Walibi vor uns entdeckten. Diese Tiere sind sehr sehr scheu und ich hatte bisher keine Moeglichkeit gehabt, sie von Nahem zu sehen. Aber dieses hier schmatze gemuetlich weiter und liess und bis auf wenige Meter an sich herankommen.
Nach noch einem wundervollen Sonnenuntergang im Cape Range NP machten wir uns tags darauf auf den Weg zum Karijini National Park, der zweitgroesste in Western Australia und sicherlich eines der Highlights, die man gesehen haben musste. Jahrrmillionen altes Gestein, atemberaubende langgezogene Schluchten, plaetscherne Wasserfaelle und Wasserloecher zum Baden.
Nach dem Karijini NP machen wir uns daran, den zweithoechsten Berg Western Australias zu besteigen: Mt Bruce, 1235 Meter uber dem Meeresspiegel. Ein teilweise anstrengender und nicht ganz trittfester Pfad (wenn man es denn Pfad nennen kann), verbunden mit ein bisschen Klettern, aber die Muehe lohnte sich auf jeden Fall.
| Der Mt Bruce ist dahinter - das ist nur der "Vorb-Berg" :-) |
Unsere weitere Route fuehrte uns nach Broome, auf dessen Weg wir unzaehligen Schwertransporten begegneten, Suesswasserkrokodile in stillen Fluessen beobachten konnten und einen ziemlich verrueckten Radfahrer trafen, der von Melbourne ueber Perth nach Darwin fuhr. Ihr muesst Euch vorstellen, ganz Europa passt locker in die Masse von Australien, aber es leben dort nur knapp 24 Millionen Menschen (bemerke: Deutschland hat ueber 80 Mio...), das bedeutet, das man schon mit dem Auto drei bis vier Stunden faehrt ohne irgendwelcher Zivilisation zu begegnen.
Nachdem wir in Broome uebernachteten und unsere Vorraete aufgefuellt hatten, fuhren wir ueber Katherine in Richtung Darwin und liessen damit Western Australia hinter uns und traten unsere letzten Tage unserer Reise im Northern Territorry an. Erster Haltepunkt war der Litchfiled National Park (wer jetzt mit "aber Kakadu ist doch viel schoener!" kommt, dem sei gesagt, dass durch die lange Regenzeit die nicht befestigten Strassen im Kakadu NP noch ni ht einmal fuer Autos mir Allradantrieb geoeffnet war...). Kleine Schluchen, eine Menge Regenwald, wilde Fluesse und Wasserfaelle machen den Litchfield NP aus.
Vor Darwin wartete dann noch eine letzte Attraktionauf uns: The Jumping Crocodiles! Und diesmal waren es nicht die kleinen, eher ungefaehrlichen Suesswasserkrokodile ("Freshys"), sondern die bis zu sieben Meter langen Salzwasserkrokodile ("Saltys'). Auf einem kleinen Boot fuhren wir den Adelaide River entlang und unser Guides suchten die Krokodile und hielten in an einer langen Stange Fleisch vor die Nase, um diese imposanten Reptilien aus dem Wasser steigen zu lassen. Ich muss sagen, ich war baff!
| Ich war doch sehr froh, dass mich und Dich eine dicke Bootswand trennte :-) |
Tja, das wars dann auch vom Northern Teritorry, wir fuhren nach Darwin um unsere... was? ... Christine, was meinst Du? ... ich habe was vergessen? Ich wuesste nicht was, ich weiss nicht wovon Du sprichst! ... *grummel* Ja, ja ist ja schon gut, ich erzaehls ja schon. Umvorneweg mal eine Entschuldigung abzugeben: mit einem Campervan fuer zwei Leutet (Hoehe 2.4 Meter) waere das nicht passiert. Aber da die Verleihfirma keinen zur Verfuegung stellen koennte, haben wir einen fuer vier Leute bekommen (Hoehe 2.8 Meter). Und das Dach des Parkplatzes war 2.4 Meter hoch... der Rest ist Geschichte... :-)
Alles wieder halb so schlimm, da Vollkasko. Also flugs das Auto abgegeben, die Verleihfirma hat uns glaub ich auf Ihre Black List gesetzt, von denen kriegen wohl kein Fahrzeug mehr :-) Damit gings dann ab zum Flughafen wo unser Flieger auf die Fijis auf uns wartete...
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